Die ersten 20 Jahre in der "Unteren Mühle"

Am 03. April 1936 zog Georg Tauberschmidt mit seiner Familie nach Rieden in die "Untere Mühle".Georg Tauberschmidt Zuvor hatte er auf der Gemeindemühle in Winterbach im Remstal als Angestellter gearbeitet. Sein Wunsch war es, einmal eine eigene Mühle zu besitzen. Da sich das gesamte Anwesen, also Mühle, Sägewerk, Scheune, Stall und Backhäuschen in einem sehr schlechten Zustand befand, konnte sich Georg Tauberschmidt nur schwer zum Kauf entschliessen. Der damalige Bürgermeister von Rieden hatte ihn dazu überredet; er wollte wieder einen tüchtigen Müller am Ort, da der Vorgänger Konkurs angemeldet hatte und somit auch keine Kundschaft mehr vorhanden war.
Das erste Jahr in Rieden war deshalb für Georg Tauberschmidt auch sehr schwer. Er musste sich seinen Unterhalt mit Feldarbeit bei seinem Nachbarn verdienen. Doch langsam bekamen die Leute wieder Vertrauen zu dieser Mühle, und so brachten die Bauern ihr Korn wieder in die "Untere Mühle" um Mehl daraus mahlen zu lassen.

Da die Wasserkraftanlage nicht sehr leistungsfähig war, sie bestand aus 3 Wasserrädern, entschloß sich Georg Tauberschmidt 1939 eine neue Turbine einbauen zu lassen. Ihre Leistung betrug damals 16 PS, was im Hinblick auf die kleine Bibers sehr beachtlich war. Während des 2. Weltkriegs war die "Untere Mühle" die einzige im ganzen Rosengarten, die betrieben wurde, weil alle anderen Müller zum Militär eingezogen waren.
Als nach dem Krieg der Aufschwung kam, sind viele Bauern dazu übergegangen, ihr Getreide in der Velag abzuliefern, um Brot und Mehl dafür einzutauschen.

 

Brotbäckerei

Von der Mühle zur Brotbäckerei

Im Jahr 1955 hat Georg Tauberschmidt eine Brotbäckerei angefangen, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Am 01. Januar 1961 hat Sohn Samuel Tauberschmidt das Geschäft übernommen. In der Zwischenzeit waren die Bauern dazu übergegangen, ihr Getreide mit dem Mähdrescher abzumähen. Das bedeutete ein Getreidesilo mit Getreideannahme einzurichten.
1970 platzte das Backhaus aus allen Nähten, und ein Neubau wurde unweit des alten Gebäudes errichtet. Außer der Sauerteigschüssel wurde alles erneuert, angefangen vom Backofen und Außensilo bis hin zur kompletten Einrichtung.
Die Mühle wurde vorher für immer stillgelegt.